Gesundheitsdaten

Gesundheit

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Vereinsmitglieder,

verantwortungsvolle Zucht bedeutet auch sich mit Problemen aktiv auseinander zu setzen. Der erste Schritt in diesem Prozess ist es diese zu erkennen, der zweite nach Erfolg versprechenden Lösungen zu suchen und der dritte schließlich zu überprüfen, ob die getroffenen Maßnahmen wirksam waren.

Der Rassezuchtverein der Kromfohrländer e.V. (RZV) hat bereits in den ’90er Jahren die Zeichen der Zeit erkannt. Mit dem regelmäßigen Versandt von Fragebögen (jedes Jahr um die 1000 Stück) an alle Kromfohrländerbesitzer werden Gesundheitsdaten gesammelt und ausgewertet. Dabei erfreuen wir uns einer beispiellosen Rücklaufquote von über 70%. Die Antworten und die daraus gewonnenen Erkenntnisse stehen nicht nur dem Zuchtleiter und dem Zuchtausschuss zur Verfügung, sondern sie sind auch die Grundlage für Entscheidungen des Vorstands zur Weiterentwicklung der Rasse bei der Bekämpfung und Vorbeugung von Krankheiten. Sie dienen zudem als Basis für die Zusammenarbeit mit Beratern, mit denen z.B. Gentests für den Kromfohrländer erforscht werden. Gesundheit ist das wichtigste Ziel einer seriösen Zucht und nur mit dem Wissen, wie es um sie steht, können erfolgreiche Zuchtlenkung und -planung erfolgen.

Das Sammeln der Informationen wäre jedoch wenig sinnvoll gewesen, wenn die Informationen nicht auch verarbeitet und verständlich dargestellt worden wären. Dabei war ein in Eigenregie geschriebenes Programm hilfreich, das neben dem kompletten Zuchtbuch auch alle Informationen aus der Zuchttauglichkeitsprüfung und Daten der Gesundheitsumfragen beinhaltet und in Übersichten darstellt. Im Jahr 2014 hat der RZV nun den nächsten Schritt getan und die Datenbank nicht nur neu aufgelegt, sondern auch noch wesentlich erweitert.

Die vom RZV und SKC, denn auch der Schweizer Kromfohrländer Club hat sich dieser Aktion angeschlossen, gewonnenen Daten helfen uns bezüglich vieler Themen Zeitverläufe zu betrachten und zu analysieren. Die Übersichten wurden bisher nur unseren Mitgliedern zugänglich gemacht. Die Mitgliederversammlung 2015 hat den Vorstand beauftragt, diese Daten auf der Homepage des RZV für alle Leser zugängig zu machen. Wir folgen dieser Aufforderung gern, da sie unserem Selbstverständnis der Offenheit und Transparenz entspricht und auch belegbare Grundlagen für eine faire und objektive Diskussion liefert.

Natürlich freut es uns, allen Kromi-Besitzern und -liebhabern, aber auch Interessenten dieser Rasse zu zeigen, dass die Entwicklungen der Gesundheit durchaus positiv sind. Wir ruhen uns aber auf dem Erfolg nicht aus, sondern stoßen weitere Projekte an. Dabei sind die Vielzahl der gesammelten Daten eine viel versprechende Grundlage, wie die in Zusammenarbeit mit dem RZV erfolgreiche durchgeführte Erforschung des Gen-Tests auf Ballenerkrankungen zeigt.

Ich stehe Ihnen als Ansprechpartner (auch für Personen außerhalb des RZV) für alle Fragen gerne zur Verfügung und kann Sie im Bedarfsfall ggf. an einen im Detail kompetenten Ansprechpartner vermitteln. Sie erreichen mich unter vorsitzender@kromfohrlaender.de

 

Ihr 1. Vorsitzender

Robert Bialy

 

Übersichten und Verläufe zur Fertilität (Fruchtbarkeit) der Rasse

 

Nachfolgend sehen Sie einige Grafiken, die die Entwicklung der letzen Jahre wiedergeben. Die darunter stehenden Texte erläutern die Darstellungen ergänzend.

IK-Tabelle 2000-2014-neu-bialy-3.xls

 

Der Inzuchtkoeffizient (IK) sagt vereinfacht etwas über den Grad der Verwandtschaft der Hunde untereinander aus. Da uns Daten bis zurück zu den Ursprungstieren vorliegen, kann – in Gegensatz zu anderen Rassen – der IK über die gesamte Population berechnet werden. Betrachtet man die letzten 15 Geburtsjahre, so ist der IK der Verpaarungen (Welpen) gleich bleibend bis gering rückläufig.

IK-Tabelle 2000-2014-neu-bialy-3.xls

Häufig wird der IK über 5 Generationen berechnet und angegeben. Der starke Rückgang der Verläufe ist u.a. auf die Zuchtlenkung der letzen Jahre zurück zu führen (Stichwort Verwandtschaftsregelung).

Wurfinformationen ab 1990-2014-3.xls

 

Die Welpensterblichkeit ist in den letzten Jahren deutlich zurück gegangen. Trotzdem können Komplikationen während und nach der Geburt nie ausgeschlossen werden. Ursachen hierfür sind sehr vielschichtig und oft nicht mal nachvollziehbar (da selten Diagnostik stattfindet).

Wurfinformationen ab 1990-2014-4.xls

 

Die Wurfgrößen liegen im Zeitverlauf stabil bei ca. 6 Welpen, es ist sogar eine leichte Steigung zu verzeichnen.

Der Durchschnitt des erreichten Lebensalters der Kromfohrländer hat sich in den letzten 25 Jahren kaum verändert.

 

Übersichten und Verläufe der Gesundheitsdaten

 

Nachfolgend sehen Sie einige Grafiken, die die Entwicklung der letzen Jahre wiedergeben. Die darunter stehenden Texte erläutern die Darstellungen ergänzend. Die Daten entsprechen dem Stand vom 01.09.2014.

Auswertung Krankheiten je Jahrgang 01.09.2014-bialy4.xls

 

Während eine Veränderung der Anzahl der Krankmeldungen in dieser Darstellung kaum erkennbar ist, hat die die Zahl der Welpen pro Jahrgang deutlich zugenommen. Das bedeutet, dass der Anteil an erkrankten Hunden im Zeitverlauf abgenommen hat. Bei Ballenerkrankungen, Katarakt, von Willebrandt und Cystinurie gibt es insgesamt nur sehr wenige Einzelmeldungen.

Auswertung Krankheiten je Jahrgang 01.09.2014-bialy4.xls

 

Bei Epilepsie (EPI) sieht man sehr deutlich die Auswirkung von Zuchtlenkungsmaßnahmen. In den 80iger und 90iger Jahren erkrankten noch fast ein Viertel aller Kromis an EPI, seit 2005 liegt der Anteil deutlich unter 10% (Bemerkung: Grafik bewusst nur bis Jahrgang 2009, da sich die letzten Jahrgänge noch durch neue Meldungen ändern können).

Auswertung Krankheiten je Jahrgang 01.09.2014-bialy4.xls

Erkrankungen des Immunsystems (auch häufig Autoimmunerkrankungen genannt bzw. als AI abgekürzt) sind insofern ein schwieriges Thema, weil diese Bezeichnung oft als Sammelbegriff u.a. für nicht erklärbare Symptome dient. Auch der Einfluss von Stress, Ernährung und Umwelteinflüssen (z.B. Umweltgiften, Impfungen, Zeckenmittel ect.) ist kaum erforscht. Die AI-Meldungen bleiben auf gleichem Niveau. Auch diese Grafik wurde nur bis 2009 dargestellt (gleiche Begründung wie beim vorangegangenen Diagramm).

Auswertung Krankheiten je Jahrgang 01.09.2014-bialy4.xls

Die Ballenerkrankung kann idR bereits bei der Wurfabnahme erkannt werden, deshalb ist diese Darstellung bis zum Geburtsjahr 2014 geführt. Im Zeitverlauf ist eine Verbesserung zu erkennen. Der in Zusammenarbeit mit dem RZV entwickelter Gen-Test und die festgelegten Zuchtlenkungsmaßnahmen des RZV führen, so hoffen und erwarten wir, zukünftig zu keinen Neumeldungen hinsichtlich dieser Krankheit.